— Porträts

Im Kopf nur Schokolade „Renzo Martens begreift die Wirtschaft selbst als künstlerisches Medium und betreibt ein wirkliches Geschäft. Statt Kunst über Missstände in Krisenregionen zu produzieren, öffnet den lukrativen Markt symbolischer Werte für die Rohstoffproduzenten.“

Kunst, Kulturökonomie, Renzo Martens, Cercle d'Art des Travailleurs de Plantations Congolaises, Institute for Human Activities, Kongo, KOW, Entwicklungshilfe, Paul McCarthy, Christoph Schlingensief, Barry Callebaut
Die Zeit, 29. April 2015

Traumhäuser für die Tropen „Lina Bo Bardi empfiehlt sich als Gründungsfigur einer kämpferischen Architektur, die die Konflikte, in denen sie steht, nicht aufzulösen sucht, sondern so klar wie möglich ausagiert.“

Kunst, Architektur, Lina Bo Bardi, Sao Paulo, Museo de Arte de Sao Paulo, Casa de Vidro, SESC Pompeia, Moderne, Pietro Maria Bardi, Zeuler Lima, Marcelo Ferraz
art, 14. Dezember 2014

Live aus dem Studio „Man könnte sagen, dass das eigentliche Medium der Malerei heute gar nicht mehr die Leinwand ist, sondern der Bildschirm. Fragt sich nur, warum das in der Malerei selbst so wenig Thema ist. #Avery Singer“

Kunst, Avery Singer, Malerei, Kunsthalle Zürich, Post-Internet Art, Galerie Kraupa-Tuskany Zeidler, Fondazione Sandretto Re Rebaudengo
Welt am Sonntag, 04. Januar 2015

Kunstkraftwerk „Wenn es Popmusik gibt, die fortwährend Distanz zu sich selbst herstellt, dann sind es die entsubjektivierten Harmonien von Kraftwerk. Wenn es eine Band gibt, die in konzeptueller Schärfe und ständiger Reflektion ihrer Mittel in die Nähe Bildender Kunst rückt, dann diese.“

Kunst, Musik, Kraftwerk, Neue Nationalgalerie, Düsseldorf, Creamcheese, Techno, Ralf Hütter, Peter Boettcher, Bauhaus, Moderne, ZERO, Joseph Beuys, Minimalismus, Sigmar Polke, Gilbert & George, David Bowie, Afrika Bambaata, Konrad Fischer, Galerie Sprüth Magers, Hans Richter, NSA, Überwachung, Gottfried Wilhelm Leibniz, Luigi Russolo
Weltkunst, 16. Dezember 2014

Drei Farben Grau „Michael Schmidts Werk ist eine unkompromittierbare Widerständigkeit eingeschrieben. Gerade, weil es völlig frei von Agitation, Theatralität und Drama ist. Weil es sich in formale Konflikte stürzt, in denen jede Behauptung gegen deren Aufhebung steht.“

Kunst, Michael Schmidt, Fotografie, William Egglestone, John Gossage, Werkstatt für Photographie, Bernd und Hilla Becher, Laura Bielau, Prix Pictet, Venedig-Biennale, Rudolf Springer, Tobias Zielony, Museum of Modern Art, Andreas Gursky, Tom Holert, Berlin Biennale
frieze d/e, 18. November 2014

Skulpturen ohne Ende „Franz Erhard Walthers Werk bildet eine skulptural-diskursive Liturgie, die auf ihrer Distanz zur Welt beharrt.“

Kunst, Franz Erhard Walther, Joseph Beuys, WIELS Brussels, Minimal Art, Performance, Marina Abramovic, Sigmar Polke, Blinky Palermo, Peter Halley
frieze d/e, 04. September 2014

Wie man unsichtbar wird „Im Grunde sind meine Arbeiten Comedy“, behauptet Hito Steyerl, und das stimmt: Comedy, deren Protagonisten keine Personen sind, sondern Bilder, Technologien und politische Systeme.“

Kunst, Hito Steyerl, Van Abbemuseum, Digitalisierung, Dziga Wertov, Apple, NSA
Die Zeit, 24. April 2014

Ich bin ein Avatar, holt mich hier raus! „Ryan Trecartin gelingt ein Digital-Surrealismus, der das Verdrängte der medialen Konditionierungen und Formeln zutage bringt, die Kommunikation am Ende der Gründerzeit des Internets regeln.“

Kunst, Ryan Trecartin, Lizzie Fitch, Los Angeles, Ellen Blumenstein, Kunst-Werke, Massimiliano Gioni, New Museum, Venedig-Biennale, Ingvild Goetz, Post-Internet Art, New Aesthetics, Dismagazine, YouTube, Cindy Sherman, Paul McCarthy, Mike Kelley, René Pollesch, Reality TV, Aufmerksamkeitsökonomie, NSA
Welt am Sonntag, 16. März 2014

Vier Mägen für die Kunst „Vielleicht lohnt es sich, die Perspektive umzukehren und John Bocks Kunst als das Normale anzusehen und die Welt als eigenartiges Kunstprodukt.“

Kunst, John Bock, Bundeskunsthalle, Rein Wolfs, Sprüth Magers, Paul McCarthy, Mike Kelley, Adrian Lohmüller, Edward Kienholz, Marcel Duchamp, Yves Klein, Fridericianum
Der Tagesspiegel, 23. Dezember 2013

Das Zeigen des Zeigens „Roman Schramms Fotografien arbeiten an der Verunsicherung der Grenzen zwischen Bild und Körper.“

Kunst, Roman Schramm, Fotografie, Ernest Dichter, Andy Warhol, Screen Tests, Kunstverein Hildesheim
frieze d/e, 04. September 2013

Der Exorzist „Mike Kelleys Selbstmord wurde als Konsequenz aus der Tragik gedeutet, Teil eines Systems geworden zu sein, das jeden kritischen Antrieb erstickt. Paul McCarthys Werk dagegen ist nicht auf Beschränkung angelegt.“

Kunst, Kulturökonomie, Paul McCarthy, Hauser & Wirth, Park Avenue Armory, Walt Disney, Hollywood, Mike Kelley, Kino
Die Welt, 26. August 2013

Steine schauen mich an „Jimmie Durhams Anordnungen von Worten und Objekten unternehmen sachte Lockerungen in der Ordnung der Dinge, lokale Akte der Dekolonisation.“

Kunst, Literatur, Jimmie Durham, Documenta, Venedig-Biennale, M HKA, Bertolt Brecht
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. April 2013

Auf der Suche nach Pakistan „Imran Qureshis Arbeiten lassen die Verletzlichkeit des Körpers spüren wie auch die der sozialen Membran. Sie zeigen Identität und Sicherheit als etwas Flüchtiges, Geborgtes, das ständig auf dem Spiel steht – zusammen mit dem Gemeinwesen, aus dem es stammt.“

Kunst, Literatur, Reise, Imran Qureshi, Lahore, Pakistan, Deutsche Bank Kunsthalle, Venedig-Biennale, Aisha Khalid
Deutsche Bank ArtMag, 17. April 2013

Glotzt nicht so romantisch! „Eine stille Kraft liegt in Hans-Peter Feldmanns Blick, der alles gelten lässt, der nicht urteilt und nicht unterteilt. Sie führt dazu, dass die Bilder sich förmlich gegenseitig ausziehen.“

Kunst, Kulturökonomie, Hans-Peter Feldmann, Serpentine Gallery, London, Guggenheim, Düsseldorf, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Marcel Broodthaers, Joseph Beuys, Kasper König, Fluxus, Konzeptkunst, Arte Povera, Ed Ruscha, Andy Warhol, Screen Tests, Giorgio Agamben, Karl Marx, Bertolt Brecht
Artchronika, 24. Februar 2012

Körper, aus den Fugen „Dass die Fetten, die Alten, die Zernarbten auf Mikhailovs Fotos noch immer die Würde bewahrten, liest man häufig. Dabei liegt deren sprengende Kraft doch darin, dass sie die Ökonomie der Würde komplett infrage stellen.“

Kunst, Boris Mikhailov, Fotografie, Berlinische Galerie, Ukraine, Sowjetunion, Berlin, Thomas Struth, Andreas Gursky
Die Welt, 13. April 2012

Bring mich in den Kopf von Heiner Franzen „Heiner Franzens Figuren sind zu sehr Zeichen, um auf etwas zu verweisen und zu sehr in Bewegung, um Zeichen zu sein. Seine Zeichnungen sind vorläufige Nachrichten, Bruchstücke eines großen Kommunikationssystems.“

Kunst, Heiner Franzen, Zeichnung, Franz Kafka, heldart, Paul Plamper, Schloss Moyland
vonhundert, 11. April 2012

Das Gewicht der Stadt „Ein Haus bezieht seine Rechtfertigung durch das Streben nach oben, durch das, was es dem Himmel entgegen bringt. Alles was am Schwerbelastungskörper oben ist, dient nur dazu, nach unten zu drücken.“

Kunst, Architektur, Schwerbelastungskörper, Berlin, Germania, Albert Speer, Adolf Hitler
Der Tagesspiegel, 08. Januar 2012

Entartete Kunst lebt! „Diese Utopie endet nicht in Polen. Sie zielt auf die Überwindung hinfälliger Festschreibungen durch Rasse, Religion, Geschlecht und Nationalität, die zur Erfindung und Unterdrückung von Minderheiten führen.“

Kunst, Yael Bartana, Jewish Renaissance Movement in Poland, Berlin Biennale, Berlin, Warschau, Israel, Zionismus, Venedig-Biennale
Die Welt, 06. Januar 2012

Aufmachen! „Tatsächlich wurde Gordon Matta-Clark posthum, was er nie hatte werden wollen: Wegbereiter eines architektonischen Stils.“

Kunst, Architektur, Gordon Matta-Clark, Anarchitecture, New York, Trisha Brown, Philip Glass, Klara Lidén, Tómas Saraceno, Marcel Duchamp, Peter Eisenman, Frank Gehry
Spex, 16. Dezember 2011

Er müsste hier mal eine Leitung legen „Lohmüller lässt die wackligen Grenzen zwischen Körper und Material spüren und zeigt die blinden Flecken in unseren prekären Selbstkonstruktionen.“

Kunst, Architektur, Adrian Lohmüller, Fred Sandback, Gordon Matta-Clark, Haus der Kulturen der Welt, Marcel Duchamp, Resiliance, Städtische Galerie Nordhorn, Über Lebenskunst
Die Welt, 23. August 2011

Schall und Knochen „Unter den Kopfhörern sitzend, greift die Hörerin mit jedem Stück eine neue Riechkarte aus der Pappschachtel und zieht geschlossenen Auges den Duft von Asche ein, von Fett und Aspirin.“

Kunst, Musik, Eigen+Art, Gerd Harry Lybke, Martin Eder, Heavy Metal, Neue Musik, Ruin, Zwölf
Der Tagesspiegel, 28. Mai 2011

Ölbilder mit Aus-Funktion „Havekost speist schmutzige Störgeräusche in sein sich ständig wandelndes Rhythmusgeflecht. Und arbeitet weiter an der Befreiung des Tafelbildes aus der Identität mit sich selbst.“

Kunst, Eberhard Havekost, Gerhard Richter, Heiner Bastian, Lipsiusbau
Die Welt, 11. Dezember 2010

Zeichnen mit Wollfäden „Gut, dass Shiota nicht bei Wolle und Altbaufenstern stehen bleibt. Dass sie jetzt auch mal was fieses mit Elektrik macht.“

Kunst, Chiharu Shiota, Marina Abramovic, Japan, Sammlung Hoffmann
Der Tagesspiegel, 03. Oktober 2010

Handwerk der Freiheit „Wer als Künstler um ein Zentrum kreist und seinen Stil immer weiter fortschreibt, der wird schwerlich das Gegebene überwinden. Tilo Schulz war bald klar, dass auch die Arbeitsweise selbst eine Formfrage ist.“

Kunst, Olaf Nicolai, Temporäre Kunsthalle, Tilo Schulz
Der Tagesspiegel, 20. August 2010

Ein Aktionskünstler durchlöchert Berlin „Themen, die mit Reflexen wie Angst, Ekel oder Scham behaftet sind, befreit Adrian Lohmüller von Wertungen und legt ihre Funktion im großen Austauschsystem offen.“

Kunst, Adrian Lohmüller, Berlin Biennale, Christine Hill
Der Tagesspiegel, 11. Juli 2010

Schallplatte gegen Erdplatte „Die Umwälzungen der Erdoberfläche und die von Gesellschaften – in Dan Mihaltianus Sicht gehören sie zusammen.“

Kunst, Dan Mihaltianu, Haus der Kulturen, Ion Grigorescu, NGBK
Der Tagesspiegel, 30. Mai 2010

Wer sich auf das Leben einlässt, wird verletzt „Michael Schmidts Fotografien bilden nicht einfach Gegenstände ab. Sie geben Situationen wieder, in denen die einzige feste Koordinate das Gegenüber ist.“

Kunst, Michael Schmidt, Haus der Kunst, Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky, Berlin, Deutsche Einheit
Welt am Sonntag, 23. Mai 2010

Berlin ist gar nicht so hart wie du denkst „Was Böhmen Smetanas Moldau war, ist diese Skizze für das improvisierte Leben in den Altbauten der Second-Hand-Metropole.“

Musik, Lonski & Classen, Post-Rock, Berlin, Masha Qrella, Simon Reynolds, Bodi Bill, Hausmusik, morr music, sinnbus, The Notwist
Der Tagesspiegel, 03. Januar 2010

Organisation ist alles „War Christine Hill im vorigen Leben ein Bauhaus-Direktor, dann bestimmt der Sozialist Hannes Meyer mit seiner Devise „Volksbedarf statt Luxusbedarf“.“

Kunst, Bauhaus, Berlin, Christine Hill, Gerd Harry Lybke, Martin-Gropius-Bau, Ikea
Der Tagesspiegel, 26. Juli 2009

Avantgarde im Kometennebel „Die Musik des Andromeda Mega Express Orchestra ist ein motorischer Kraftakt, eine irre Verausgabung an Luft und Fingerarbeit. Und sie erinnert an Zukunftsvisionen aus einer Zeit, als die Zukunft noch aus Blech und Dampf war.“

Musik, Andromeda Mega Express Orchestra, Daniel Glatzel, Free Jazz, Neue Musik
Der Tagesspiegel, 12. Mai 2009

Der Lichtschneider „Drucken wie Dürer: Matthias Mansen modernisiert die Kunst des Holzschnitts. Ein Atelierbesuch in Berlin.“

Kunst, Matthias Mansen, Wolfgang Wittrock, Holzschnitt, Hamburger Kunsthalle
Der Tagesspiegel, 30. Juli 2007
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für kunstkritik 2012